Mitarbeiter greift in einer Büroküche zur Werbetasse, im offenen Schrank stehen Tassen mit verschiedenen Logos.

Der meistbesuchte Raum eines Bürogebäudes ist wenige Quadratmeter groß, gehört niemandem und taucht in keinem Mediaplan auf. Wer dort im Tassenschrank steht, wird jeden Arbeitstag gesehen, von der gesamten Belegschaft, jahrelang.

11 Min. Lesezeit  ·  24. August 2026

Öffnen Sie in einem beliebigen Betrieb den Schrank über der Kaffeemaschine. Neben dem weißen Firmengeschirr stehen dort Tassen mit fremden Logos: die vom Softwareanbieter, die von der Bank, die vom Zulieferer, der vor Jahren einmal ein Paket geschickt hat. Niemand hat diese Sammlung geplant, und doch ist sie in fast jeder Kaffeeküche entstanden. Werbeartikel wandern in diesen Raum, bleiben dort und werden täglich benutzt, ohne dass irgendjemand im Marketing der Absenderfirmen diesen Ort je auf dem Zettel hatte.

Das ist erstaunlich, denn die Kaffeeküche erzeugt eine Kontaktdichte, die kein anderer Ort im Bürogebäude erreicht. Durch sie laufen alle: die Geschäftsführung und der Praktikant, der Vertrieb und die Buchhaltung, mehrmals am Tag, an jedem Arbeitstag. Wer dort wartet, bis die Maschine durchgelaufen ist, hat eine halbe Minute Zeit und nichts zu tun. Der Blick wandert, und er wandert über das, was herumsteht. Ein Gegenstand mit Logo bekommt in diesem Raum eine Zahl an wiederholten Blickkontakten, für die auf anderen Kanälen bezahlt werden muss.

Die verbreitete Annahme im Markt lautet: Eine Werbetasse wirkt auf die Person, die sie geschenkt bekommt. Ausgewählt und verschickt wird deshalb für den einzelnen Empfänger, für seinen Schreibtisch, seinen Geschmack, seine Hand. Die Annahme greift zu kurz, weil sie den Weg des Produkts nach der Übergabe ausblendet. Eine Tasse, die in der Küche eines Betriebs ankommt, gehört dort niemandem. Sie wird von der ganzen Abteilung gegriffen, gespült und wieder eingeräumt, und jeder dieser Griffe ist ein Markenkontakt mit einem Menschen, den der Absender nie angeschrieben hat.

Dieser Beitrag nimmt den Raum ernst, den die Werbeartikel-Planung übergeht. Er erklärt, warum die Kaffeeküche so viele Sichtkontakte erzeugt und nach welchen Regeln der Tassenschrank seine Plätze vergibt. Er benennt die vier Prüfungen, die ein Artikel dort bestehen muss, und die Wege, auf denen die eigene Marke in fremde Küchen kommt. Und er beschreibt einen Rundgang durch die eigene Küche, der vor der nächsten Bestellung mehr klärt als jeder Katalog.

Vom Raum zur Wirkung

Die vier Stationen, an denen die Kaffeeküche aus einer Tasse einen Werbeplatz macht

Raum
Alle Wege kreuzen sich hierMehrere Besuche am TagWartezeit an der Maschine

hier entsteht die Kontaktdichte

Schrank
Gemeinsamer BestandNiemand entscheidet zentralDer Griff wählt aus

hier wird der Platz vergeben

Nutzung
Die ganze Abteilung greift zuSpülgang um SpülgangJahrelange Lebensdauer

hier vervielfachen sich die Kontakte

Wirkung
Wiederholte SichtkontakteVertrautheit mit der MarkeSinkende Kosten je Kontakt

hier zahlt sich die Auswahl aus

Die Kaffeeküche bündelt die täglichen Wege im Betrieb

Die Wirkung eines Werbeartikels bemisst sich in Sichtkontakten. Ein Sichtkontakt ist der Moment, in dem ein Mensch die Marke auf dem Produkt wahrnimmt, beim Zugreifen, beim Benutzen oder im Vorbeigehen. Für die Zahl dieser Kontakte ist der Ort, an dem ein Artikel landet, wichtiger als jede Eigenschaft des Artikels selbst, und unter allen Orten eines Bürogebäudes sammelt die Kaffeeküche die Kontakte am dichtesten.

Der Grund liegt in der Architektur des Arbeitstags. Kaffee und Wasser holt sich jeder selbst, und zwar wiederholt: am Morgen, nach der Besprechung, am Nachmittag. Diese Wege führen alle in denselben kleinen Raum, quer durch alle Abteilungen und Hierarchieebenen. Der Empfangsbereich sieht Besucher, das Einzelbüro sieht seinen Bewohner, der Besprechungsraum sieht wechselnde Runden mit vollem Terminkalender. Die Küche sieht alle, jeden Tag, mehrfach. Kein anderer Raum im Gebäude hat dieses Publikum.

Zur Frequenz kommt die Wartezeit. Wer an der Maschine steht, während der Kaffee durchläuft, hat eine halbe Minute, in der es nichts zu tun gibt. In dieser halben Minute schaut er auf das, was vor ihm steht: das Regal, die Spülmaschine, die Tassen der Kollegen auf der Ablage. Werbeflächen leben sonst davon, sich Aufmerksamkeit gegen Widerstand zu erkämpfen. Hier fällt die Aufmerksamkeit von selbst auf die Gegenstände, weil der Raum ihr nichts anderes anbietet.

Die Kaffeeküche ist der einzige Ort im Betrieb, an dem täglich die gesamte Belegschaft an denselben Gegenständen vorbeikommt und Zeit hat, sie anzusehen.

Für die Werbeartikel-Planung folgt daraus eine einfache Verschiebung des Blicks. Die Frage, welche Person ein Werbegeschenk bekommen soll, wird um eine zweite Frage ergänzt: in welchem Raum das Produkt sein Leben verbringen wird. Ein Artikel, der es in die Küche schafft, arbeitet in einem Umfeld mit maximaler Wiederholung. Ein Artikel, der in einer Schreibtischschublade liegt, hat gar keines.

Der Tassenschrank vergibt seine Plätze selbst

Über den Bestand einer Kaffeeküche entscheidet keine zentrale Stelle. Der Tassenschrank füllt sich über Jahre von allein: mit dem Firmengeschirr aus der Erstausstattung, mit Mitbringseln aus Urlauben, mit Tassen ausgeschiedener Kollegen und mit Werbetassen, die irgendwann mit einer Lieferung, einem Paket oder einem Messebesuch ins Haus kamen. Was einmal im Schrank steht, bleibt dort, bis es zerbricht oder bei einer Aufräumaktion aussortiert wird.

Innerhalb dieses Bestands läuft jeden Tag ein stiller Wettbewerb. Wer eine Tasse greift, entscheidet in einer Sekunde und nach immer denselben Kriterien: Die Tasse muss sauber sein, gut in der Hand liegen, die richtige Größe haben und ansehnlich aussehen. Die angenehmste Tasse ist deshalb am häufigsten im Umlauf, steht am häufigsten auf den Schreibtischen und wird am häufigsten gesehen. Warum der Griff so streng urteilt, haben wir in unserem Beitrag über die Haptik von Werbeartikeln ausführlich beschrieben: Die Hand bewertet Gewicht, Oberfläche und Form schneller und unbestechlicher als jedes bewusste Urteil.

Kausalkette aus der Praxis: Die Tasse liegt gut in der Hand → sie wird öfter gegriffen → sie steht öfter sichtbar im Raum und auf den Tischen → ihre Marke wird öfter gesehen → die Vertrautheit mit der Marke wächst, ohne dass jemand es bemerkt. Dieselbe Kette läuft auch rückwärts: Eine unbequeme oder unansehnliche Tasse rückt im Schrank nach hinten, und mit ihr verschwindet die Marke aus dem Blickfeld.

Ein Beispiel, wie dieser Mechanismus in der Praxis aussieht: Ein Zulieferer legt der Dezemberlieferung ein Paket mit sechs Tassen bei. Der Einkaufsleiter, der das Paket öffnet, hat für sechs Tassen am Schreibtisch keine Verwendung und stellt sie in die Küche seiner Etage. Drei Monate später sind die Tassen fester Teil des Bestands, weil sie schwer genug sind, gut stapeln und ein ruhiges Motiv tragen. Nach einem Jahr hat der Einkaufsleiter die Abteilung gewechselt, und niemand im Team weiß mehr, woher die Tassen stammen. Benutzt werden sie weiter, jeden Tag, auch von Mitarbeitenden, die den Namen des Zulieferers zum ersten Mal auf genau dieser Tasse lesen.

Ein Werbeartikel hält sich in der Kaffeeküche über Jahre

Die zweite Eigenschaft, die diesen Raum von allen anderen Werbeumfeldern unterscheidet, ist die Lebensdauer der Gegenstände. Eine Keramiktasse kennt nur zwei Zustände: heil oder zerbrochen. Sie verschleißt nicht wie ein Kugelschreiber, sie veraltet nicht wie ein Kalender, und sie verlässt den Raum nicht, weil sie niemandem allein gehört und daher niemand sie mit nach Hause nimmt. Eine Tasse, die den ersten Monat im Schrank übersteht, bleibt erfahrungsgemäß Jahre im Dienst.

Wirtschaftlich verändert diese Lebensdauer die Rechnung vollständig. Die Kosten eines Werbeartikels fallen einmal an, seine Sichtkontakte fallen täglich an, und je länger das Produkt im Einsatz bleibt, desto weiter sinken die Kosten je Kontakt. Ein Werbemittel mit Jahren an täglicher Nutzung vor wechselndem Publikum erreicht damit eine Kontaktrechnung, gegen die kurzlebige Formate schwer bestehen.

So rechnen Sie den Raum in die Budgetdiskussion

Teilen Sie die Gesamtkosten einer Bestellung durch die Sichtkontakte über die erwartete Lebensdauer: Zahl der täglichen Betrachter mal Arbeitstage mal Jahre im Einsatz. Setzen Sie Ihre eigenen, vorsichtig geschätzten Werte ein und rechnen Sie dieselbe Formel für einen Artikel am Einzelarbeitsplatz. Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen ist das Argument, mit dem sich eine Küchen-Bestellung gegenüber dem Controlling begründen lässt.

Die lange Lebensdauer hat eine Kehrseite, die zur ehrlichen Betrachtung gehört: Die Tasse überlebt die Geschäftsbeziehung. Im Schrank vieler Betriebe stehen Marken von Lieferanten, die längst ausgetauscht wurden, und sie sammeln dort weiter Sichtkontakte. Für den Absender ist das ein stiller Vorteil, denn wenn die Beziehung eines Tages wieder aufgenommen wird, ist sein Name im Haus nie verschwunden gewesen. Ein selten benanntes Warnsignal ergibt sich für die Gegenrichtung: Wer im eigenen Schrank vor allem die Marken seiner Dienstleister findet, hat die dichteste Werbefläche des eigenen Hauses vollständig an Fremde vergeben.

Werbeartikel für die Kaffeeküche bestehen vier Prüfungen

Ob ein Artikel den Weg in den Schrank schafft und dort vorn bleibt, hängt an vier prüfbaren Eigenschaften. Sie unterscheiden sich deutlich von den Kriterien, nach denen Werbegeschenke sonst ausgesucht werden, denn geprüft wird hier vom Alltag eines geteilten Raums: von der Spülmaschine, vom Schrankfach und von der zugreifenden Hand.

Der Aufdruck übersteht Hunderte Spülgänge

In einer Büroküche läuft die Spülmaschine täglich, und jede Wäsche greift den Druck an. Entscheidend ist das Veredelungsverfahren: Bei keramischen Einbrand-Dekoren wird die Farbe bei hoher Temperatur dauerhaft mit der Glasur verbunden, einfache Aufdrucke ohne Einbrand verblassen dagegen sichtbar. Ein ausgewaschenes Logo wirbt weiter, aber gegen den Absender, denn es erzählt jedem Betrachter etwas über dessen Anspruch an Qualität.

Die Form fügt sich in Schrank und Maschine

Schrankfächer und Spülmaschinenkörbe sind auf Standardmaße eingerichtet. Eine Tasse in gängiger Größe, stapelbar und mit robustem Henkel, findet überall Platz. Ausgefallene Formen, Übergrößen und empfindliche Details stehen im Weg, werden beim Einräumen zur Seite gestellt und bei der nächsten Aufräumaktion zuerst aussortiert. Der Schrank belohnt Unauffälligkeit im Format.

Die Tasse gewinnt den täglichen Griff

Im geteilten Bestand wird jede Nutzung neu entschieden, und die Hand entscheidet nach Gewicht, Balance, Henkelöffnung und Trinkrand. Eine Tasse, die sich gut anfühlt, wird zur bevorzugten Tasse des Teams, und die bevorzugte Tasse trägt ihre Marke am häufigsten durch den Raum. Die Materialqualität, die man in der Hand spürt, entscheidet hier direkt über die Zahl der Sichtkontakte.

Das Motiv besteht vor Betrachtern, für die es nie gedacht war

Die Tasse wird von Menschen benutzt, die den Absender nicht kennen, und von Betrachtern quer durch den Raum gesehen. Das verlangt ein klares Zeichen auf beiden Seiten oder gegenüber dem Henkel, erkennbar auf einige Meter, ohne Slogan und ohne Kampagnenbezug, der in zwei Jahren veraltet ist. Die Gestaltungs- und Druckmöglichkeiten dafür zeigt die Kategorie Tassen bedrucken im Detail.

Auffällig ist, welches Kriterium auf dieser Liste fehlt: die Originalität. Bei Werbegeschenken wird oft nach dem Besonderen gesucht, nach der Form, die auffällt, und dem Gag, der im Gedächtnis bleibt. Der geteilte Raum dreht diese Logik um. Bestand hat, was sich in die Routinen des Raums einfügt, und auffällig bleiben darf allein das Zeichen auf der Fläche. Wer für die Küche auswählt, kauft bewusst das solide Normale in der besten verfügbaren Ausführung.

Neben der Tasse kennt der Raum Nebenrollen mit denselben Regeln. Untersetzer wandern auf Besprechungstische und Fensterbänke und tragen ihre Fläche dort spazieren; die Ausführungen in der Kategorie Untersetzer mit Logo unterscheiden sich vor allem in Material und Abwischbarkeit, und beides entscheidet über die Verweildauer. Wer breiter ausstatten will, findet unter den Küchen- und Haushalts-Werbeartikeln weitere Kandidaten mit kommunaler Nutzung, vom Kühlschrankmagneten bis zum Küchentimer, für die dieselben vier Prüfungen gelten.

Vier Wege bringen die Marke in fremde Küchen

Ein Artikel für die Kaffeeküche braucht einen Anlass, der ihn dorthin trägt, und dieser Anlass unterscheidet sich von der klassischen Geschenkübergabe in einem Punkt: Adressiert wird eine Gruppe. Ein Einzelstück an eine Einzelperson bleibt auf deren Schreibtisch. Den Weg in den gemeinsamen Schrank findet, was in Mehrzahl ankommt und erkennbar für alle gedacht ist.

  1. 1
    Der Tassensatz im Lieferantenpräsent

    Ein Satz von vier oder sechs Tassen im Paket an einen Geschäftspartner verändert das Verhalten des Empfängers: Für sechs Tassen gibt es am eigenen Schreibtisch keinen Platz, also wandern sie in die Küche. Genau das ist das Ziel. Ein Beileger, der den Satz ausdrücklich der Kaffeeküche des Teams widmet, nimmt der Geste jede Zweideutigkeit und beschleunigt den Weg in den Schrank.

  2. 2
    Die Ausstattung zum Projektstart

    Zu Beginn einer längeren Zusammenarbeit ist ein Paket an das Projektteam des Kunden ein Anlass, der sich natürlich ergibt. Tassen und Untersetzer für den gemeinsamen Gebrauch landen im Umfeld der Projekträume und begleiten die Zusammenarbeit über ihre gesamte Laufzeit, sichtbar für alle Beteiligten auf Kundenseite.

  3. 3
    Das Willkommenspaket für neue Mitarbeitende

    Die Tasse aus dem Onboarding-Paket landet oft in der Büroküche der eigenen Firma und arbeitet dort doppelt: Sie zeigt neuen Kollegen die Wertschätzung des Hauses und füllt den eigenen Schrank mit der eigenen Marke. Welche Regeln für Werbeartikel an die eigene Belegschaft gelten, behandelt unser Beitrag über Werbeartikel im Recruiting im Einzelnen.

  4. 4
    Die Nachsendung nach der Messe

    Auf ein gutes Messegespräch folgt üblicherweise eine E-Mail, die im Posteingang verschwindet. Ein Paket mit einem Tassensatz für das Team des Gesprächspartners erreicht dagegen einen Ort, an dem es bleibt. Wer im Gespräch beiläufig nach der Größe des Teams fragt, kann die Stückzahl passend wählen und macht aus der Nachfassaktion einen Einzug in die Küche des Interessenten.

Für alle vier Wege gilt dieselbe Grenze: Der Empfänger entscheidet, was in seinen Räumen steht. Ein aufdringliches Motiv, ein Werbeslogan oder eine grelle Firmenfarbe quer über die Fläche nehmen ihm diese Entscheidung ab, und er entscheidet dann gegen das Produkt. In den Schrank kommt, was zuerst gutes Geschirr ist und erst auf den zweiten Blick Werbung. Diese Zurückhaltung kostet Sichtbarkeit auf dem einzelnen Kontakt und bezahlt sie mit Jahren an Präsenz.

Die eigene Kaffeeküche zeigt, was überlebt

Vor der nächsten Bestellung lohnt ein Prüfinstrument, das nichts kostet und in zehn Minuten erledigt ist: ein Rundgang durch die eigene Kaffeeküche mit einem leeren Blatt Papier. Notieren Sie, welche Tassen vorn im Schrank stehen, welche Marken darauf zu sehen sind, welche Aufdrucke verblasst sind und welche Gegenstände seit Jahren unbenutzt in der hinteren Reihe stehen. Der eigene Schrank ist ein Langzeitversuch, der seit Jahren läuft, und seine Ergebnisse übertragen sich auf die Küchen der Kunden, denn dort herrschen dieselben Bedingungen.

Beobachtung im eigenen Schrank Was sie bedeutet Folge für die eigene Bestellung
Eine fremde Werbetasse steht seit Jahren vorn Sie hat alle vier Prüfungen bestanden: Druck, Form, Griff und Motiv arbeiten zusammen Nehmen Sie diese Tasse als Referenzmuster in die Hand und in das Briefing an den Lieferanten
Ein Aufdruck ist ausgewaschen und fleckig Das Veredelungsverfahren war der Spülmaschine nicht gewachsen Fragen Sie vor der Bestellung ausdrücklich nach spülmaschinenfestem Einbrand und lassen Sie sich ein Muster geben
Originelle Formen stehen unbenutzt hinten Der Alltag des Raums hat gegen die Originalität entschieden Wählen Sie Standardformate in hochwertiger Ausführung und lassen Sie die Auffälligkeit dem Zeichen
Im Schrank dominieren die Marken Ihrer Dienstleister Die dichteste Werbefläche des Hauses arbeitet für andere Statten Sie die eigenen Küchen und Besprechungsbereiche mit der eigenen Marke aus, bevor Sie fremde Küchen beschenken

Ein Frühindikator für eine reife Auswahlpraxis ist an diesem Rundgang ablesbar: Sie können vor einer Bestellung benennen, in welchem Raum das Produkt in zwei Jahren stehen soll und welche der vier Prüfungen dort über sein Überleben entscheiden. Wer diese Fragen beantworten kann, bestellt für einen Ort und einen Zeitraum. Wer sie nicht beantworten kann, bestellt für den Moment der Übergabe.

Die eigene Kaffeeküche ist der ehrlichste Testmarkt, der einem Einkäufer zur Verfügung steht. Was dort seit Jahren überlebt, überlebt auch beim Kunden.

Die häufigsten Fehler

Fünf Muster kosten in diesem Themenfeld die meiste Wirkung. Keines davon betrifft das Budget, jedes betrifft eine Entscheidung vor der Bestellung, und jedes lässt sich abstellen, sobald es benannt ist.

1

Die Einzeltasse an die Einzelperson

Ursache: Werbegeschenke werden als persönliche Geste geplant. Mechanismus: Ein Einzelstück bleibt im Besitz des Empfängers, auf dessen Schreibtisch oder in dessen Küche zuhause, und erreicht den geteilten Schrank nie. Auswirkung: Die Marke wirkt auf eine Person, obwohl dasselbe Budget in Mehrzahl eine ganze Abteilung erreicht hätte.

2

Der Druck verliert gegen die Spülmaschine

Ursache: Im Angebotsvergleich sieht der günstigere Aufdruck auf dem Muster genauso aus wie der eingebrannte. Mechanismus: Der Unterschied zeigt sich erst nach Monaten täglicher Wäsche, wenn Farbe und Kontur sichtbar abbauen. Auswirkung: Die Tasse bleibt jahrelang im Umlauf und zeigt der gesamten Belegschaft ein verwittertes Markenzeichen, die billigste Position der Kalkulation wird zum teuersten Eindruck.

3

Das Motiv trägt Kampagne und Slogan

Ursache: Die Tasse wird als Fläche für die aktuelle Botschaft verstanden. Mechanismus: Kampagnen wechseln, Claims veralten, und ein textlastiges Motiv wirkt im Wohnumfeld eines Schranks schnell wie ein Prospekt. Auswirkung: Das Produkt wird seltener gegriffen und überlebt Aufräumaktionen schlechter, während die zeitlose Absendermarke Jahre unbeschadet übersteht.

4

Die Form will auffallen

Ursache: Die Auswahlrunde sucht das Besondere, weil das Normale nach zu wenig aussieht. Mechanismus: Sondergrößen und Formexperimente stapeln schlecht, passen nicht in Spülkörbe und stehen beim Einräumen im Weg. Auswirkung: Der Raum sortiert sie an den Rand und irgendwann aus, das Budget für die Besonderheit hat die Lebensdauer verkürzt, die es verlängern sollte.

5

Der Raum fehlt in der Planung

Ursache: Budgets werden nach Anlässen und Empfängerlisten verteilt, ein Ort taucht darin nicht auf. Mechanismus: Ohne den Raum als Kriterium wird für die Hand und den Moment der Übergabe ausgewählt, und die vier Prüfungen des geteilten Alltags bleiben ungeprüft. Auswirkung: Ob ein Artikel im dichtesten Kontaktumfeld des Bürogebäudes landet, entscheidet der Zufall, und der Zufall entscheidet häufig für den Wettbewerber mit dem besseren Tassensatz.

Häufige Fragen

Wirkt eine Werbetasse auch auf Menschen, die den Absender gar nicht kennen?

Ja, und dieser Fall ist in der Kaffeeküche der Normalfall. Ein Betrachter, der die Marke täglich auf einer Tasse sieht, baut Vertrautheit mit ihr auf, ohne je Kunde gewesen zu sein. Trifft er später im Beruf auf den Namen, in einer Ausschreibung, einer E-Mail oder einem Gespräch, kommt ihm dieser Name bekannt vor, und Bekanntes wird wohlwollender geprüft als Unbekanntes. Die Tasse ersetzt keinen Vertriebskontakt, aber sie bereitet ihm den Boden.

Ist es aufdringlich, einem Geschäftspartner Tassen für seine Küche zu schenken?

Die Grenze verläuft an der Gestaltung, weniger am Anlass. Ein Satz gut gemachter Tassen mit dezenter Absendermarke ist eine Bewirtungsgeste, wie sie zwischen Geschäftspartnern üblich ist. Aufdringlich wird es, wenn das Produkt erkennbar als Werbeträger gebaut ist, mit Slogan, Internetadresse und flächigem Logo. Der Empfänger behält in jedem Fall die Kontrolle: Was ihm nicht zusagt, stellt er nie in den Schrank, und genau diese Freiwilligkeit macht die Kontakte wertvoll, die tatsächlich entstehen.

Welche Rolle spielt die Druckqualität im Vergleich zum Motiv?

Beide entscheiden an verschiedenen Stellen. Das Motiv entscheidet am Anfang darüber, ob die Tasse in den Schrank gestellt und gern gegriffen wird. Die Druckqualität entscheidet über die Jahre danach, denn in einer Büroküche läuft die Spülmaschine täglich, und nur eingebrannte, spülmaschinenfeste Dekore überstehen das unverändert. Ein schönes Motiv in schlechter Ausführung kehrt sich nach einigen Monaten gegen den Absender um, weil das Verblassen öffentlich stattfindet. Bei der Bestellung gehört die Spülmaschinenfestigkeit deshalb als Anforderung ins Briefing.

Eignen sich neben Tassen auch andere Werbeartikel für die Kaffeeküche?

Ja, sofern sie zwei Bedingungen erfüllen: Sie werden gemeinschaftlich benutzt und tragen eine dauerhaft lesbare Markenfläche. Untersetzer, Kühlschrankmagnete, Flaschenöffner und Küchentimer gehören dazu, ebenso Thermoskannen für den Besprechungsservice. Die Tasse bleibt der Kern, weil sie am häufigsten in die Hand genommen wird und beim Benutzen durch das ganze Büro wandert. Die Nebenrollen ergänzen sie dort, wo ohnehin Bedarf besteht, und Bedarf ist der zuverlässigste Weg in die dauerhafte Nutzung.

Lässt sich die Wirkung in den Küchen der Kunden überhaupt feststellen?

Direkt messen lässt sie sich nicht, beobachten schon. Wer Kunden besucht, sieht beim Kaffee, ob die eigenen Tassen im Einsatz sind, und dieser Augenschein ist ein ehrliches Signal, weil ihn niemand für den Gast inszeniert. Dazu kommen beiläufige Rückmeldungen wie die Bitte um Nachschub, wenn ein Teil des Satzes zerbrochen ist. Als Ersatzgröße dient der Versuch im eigenen Haus: Stellen Sie denselben Satz in die eigene Küche und beobachten Sie über drei Monate, ob er sich gegen den Bestand durchsetzt. Was den eigenen Alltag nicht besteht, wird den fremden nicht bestehen.

Fünf Grundsätze für die eigene Praxis

  1. 1
    Planen Sie den Raum, bevor Sie das Produkt planen

    Die Kaffeeküche erzeugt die dichtesten Wiederholungskontakte im Bürogebäude. Ein Artikel, der dort landet, arbeitet täglich vor der gesamten Belegschaft, ein Artikel in der Schublade arbeitet gar nicht.

  2. 2
    Verschenken Sie Sätze, keine Einzelstücke

    Der Weg in den geteilten Schrank führt über die Mehrzahl. Sechs Tassen mit Widmung an das Team erreichen die Küche, das Einzelstück bleibt beim Empfänger.

  3. 3
    Bestehen Sie auf spülmaschinenfestem Einbrand

    Der Druck entscheidet über den Eindruck der Jahre zwei bis fünf. Ein verblasstes Logo wirbt öffentlich gegen seinen Absender, und zwar genau vor dem Publikum, das es gewinnen sollte.

  4. 4
    Kaufen Sie das solide Normale in der besten Ausführung

    Der Raum belohnt Standardformate, gutes Material und ein klares, zeitloses Zeichen auf beiden Seiten. Auffälligkeit gehört auf die Markenfläche, niemals in die Form.

  5. 5
    Machen Sie den Rundgang durch die eigene Küche

    Zehn Minuten vor dem eigenen Schrank zeigen, welche Produkte, Formen und Druckverfahren Jahre überstehen. Das Ergebnis gehört als Referenz in jedes Briefing an den Lieferanten.

Die Kaffeeküche wird als Werbefläche täglich bespielt, nur eben von Zufallsware: von Tassen, die irgendwann irgendjemand dort abgestellt hat. Dabei entscheidet dieser kleine Raum darüber, welche Marken einer Belegschaft über Jahre vertraut werden. Wer seine Auswahl an den vier Prüfungen des Raums ausrichtet, an Spülmaschine, Schrank, Griff und Motiv, besetzt einen Werbeplatz, den kein Mediaplan zu kaufen bekommt. Der Schrank hat freie Plätze. Es lohnt sich, um sie zu konkurrieren.

Ausstattung für Küche und Besprechungsraum

Werbeartikel, die den Tassenschrank erobern

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